{"id":22217,"date":"2026-01-29T11:09:58","date_gmt":"2026-01-29T10:09:58","guid":{"rendered":"https:\/\/osapiens.com\/de\/?p=22217"},"modified":"2026-02-12T11:20:09","modified_gmt":"2026-02-12T10:20:09","slug":"nachhaltigkeitsberichterstattung-nach-omnibus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/osapiens.com\/de\/blog\/nachhaltigkeitsberichterstattung-nach-omnibus\/","title":{"rendered":"Nachhaltigkeitsberichterstattung nach Omnibus: Was sich ge\u00e4ndert hat und warum Reporting weiterhin relevant ist"},"content":{"rendered":"\n
Das Vereinfachungspaket Omnibus I <\/a>hat die europ\u00e4ische Landschaft der Nachhaltigkeitsberichterstattung grundlegend ver\u00e4ndert. Berichtspflichten wurden reduziert, Zeitpl\u00e4ne angepasst und der Anwendungsbereich deutlich eingegrenzt. F\u00fcr Unternehmen, die nun nicht mehr unter die gesetzlichen Berichtspflichten fallen, hat dies eine nachvollziehbare Frage aufgeworfen: Ist Nachhaltigkeitsberichterstattung \u00fcberhaupt noch relevant? <\/p>\n\n\n\n Die Antwort lautet: ja, allerdings aus anderen Gr\u00fcnden als zuvor. Zwar hat der regulatorische Druck f\u00fcr Teile des Marktes nachgelassen, doch die Erwartungen von Investoren, Gesch\u00e4ftspartnern und Aufsichtsgremien bleiben hoch. Nachhaltigkeitsberichterstattung dient zunehmend nicht mehr prim\u00e4r der Erf\u00fcllung gesetzlicher Mindestanforderungen. Vielmehr geht es darum, Transparenz zu schaffen, fundierte Entscheidungen zu unterst\u00fctzen und die langfristige Widerstandsf\u00e4higkeit von Unternehmen zu st\u00e4rken. <\/p>\n\n\n\n Das Omnibus-Nachhaltigkeits-Paket wurde eingef\u00fchrt, um den europ\u00e4ischen Regulierungsrahmen im Bereich Nachhaltigkeit zu vereinfachen und die Komplexit\u00e4t f\u00fcr Unternehmen zu reduzieren. In der Praxis f\u00fchrte dies zu mehreren konkreten \u00c4nderungen, die sich unmittelbar auf die Pflichten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung auswirken. <\/p>\n\n\n\n Im Dezember 2025 verabschiedete das Europ\u00e4ische Parlament den finalen Text von Omnibus I im Einklang mit der zuvor erzielten vorl\u00e4ufigen Einigung mit dem Rat der Europ\u00e4ischen Union. Die formale Zustimmung des Rates wird Anfang 2026 erwartet. <\/p>\n\n\n\n Die wichtigsten Entscheidungen betreffen drei zentrale Nachhaltigkeitsregulierungen und deren Zeitpl\u00e4ne:<\/a> <\/p>\n\n\n\n Insgesamt zielt das Omnibus-Paket darauf ab, regulatorische Komplexit\u00e4t und den Berichtsaufwand zu reduzieren, w\u00e4hrend die grundlegenden Erwartungen an Transparenz, das Management von Nachhaltigkeitsrisiken und entscheidungsrelevante Daten weitgehend unver\u00e4ndert bleiben. <\/p>\n\n\n\n Wichtig ist jedoch auch, was der Omnibus nicht <\/em>ver\u00e4ndert hat. Die Erwartungen von Investoren, Anforderungen von Gesch\u00e4ftspartnern, Finanzierungsbedingungen sowie der Bedarf von Vorst\u00e4nden und Aufsichtsgremien an verl\u00e4ssliche Nachhaltigkeitsdaten bestehen weiterhin. Der Bedarf an vergleichbaren und entscheidungsrelevanten Informationen nimmt kontinuierlich zu. <\/p>\n\n\n\n Mit dem R\u00fcckgang des regulatorischen Drucks wird Nachhaltigkeitsberichterstattung zunehmend zu einer strategischen Entscheidung statt zu einer rein compliance-getriebenen Aufgabe. Unternehmen erhalten mehr Spielraum bei der Ausgestaltung ihrer Berichterstattung und mehr M\u00f6glichkeiten, Reporting gezielt als strategischen Hebel zu nutzen. <\/p>\n\n\n\n F\u00fcr viele Organisationen r\u00fcckt das Reporting n\u00e4her an Finanzsteuerung, Risikomanagement und Unternehmensstrategie heran. Nachhaltigkeitsdaten werden verst\u00e4rkt genutzt, um Transformationsrisiken zu bewerten und fundierte Investitionsentscheidungen zu unterst\u00fctzen. In diesem Kontext entwickelt sich Berichterstattung von einer externen Offenlegungspflicht hin zu einer internen Managementkompetenz. <\/p>\n\n\n\n Der Omnibus ver\u00e4ndert zudem die Landschaft der Berichtsstandards. W\u00e4hrend ESRS <\/a>f\u00fcr weiterhin berichtspflichtige Unternehmen relevant bleibt, pr\u00fcfen andere Organisationen Alternativen wie ISSB, VSME <\/a>oder ausgew\u00e4hlte freiwillige Standards, um internationale Vergleichbarkeit und entscheidungsrelevantes Reporting sicherzustellen. <\/p>\n\n\n\n Professor Andreas Rasche von der Copenhagen Business School <\/a>z\u00e4hlt zu den f\u00fchrenden akademischen Stimmen Europas zu Corporate Sustainability, ESG und Regulierungen. Seine Arbeit verbindet wissenschaftliche Forschung mit unternehmerischer Praxis und \u00f6ffentlicher Politik, mit einem besonderen Fokus auf Nachhaltigkeits-Governance und Sustainable Finance. <\/p>\n\n\n\n In seiner Einsch\u00e4tzung des Omnibus betont Rasche, dass regulatorische Vereinfachungen die strategische Bedeutung von Nachhaltigkeit nicht mindern. Wie er es formuliert: In einem ausf\u00fchrlichen Interview erl\u00e4utert Andreas Rasche, was das Ergebnis des Omnibus f\u00fcr Unternehmen konkret bedeutet. Er erkl\u00e4rt, warum viele Organisationen trotz reduzierter Pflichten weiterhin strukturiert \u00fcber Nachhaltigkeit berichten. Zudem zeigt er auf, wie Reporting Vertrauen und Planbarkeit unterst\u00fctzt und warum Nachhaltigkeitsdaten zunehmend enger mit Finanz- und Risikomanagement verkn\u00fcpft werden. Der Blick richtet sich auch nach vorn: Wie sich Berichtsrahmen weiterentwickeln k\u00f6nnten und vor welchen strategischen Entscheidungen Unternehmen k\u00fcnftig stehen. <\/p>\n\n\n\n Lesen Sie jetzt:\u00a0\u201eNachhaltigkeit ist eine strategische Priorit\u00e4t \u2013 kein reines Reporting-Thema\u201c<\/a><\/p>\n\n\n\n Der Omnibus markiert einen Wendepunkt f\u00fcr die Nachhaltigkeitsberichterstattung in Europa. W\u00e4hrend sich regulatorische Anforderungen ver\u00e4ndern, \u00fcberpr\u00fcfen Unternehmen neu, welchen Beitrag Reporting zu Resilienz, Governance und langfristiger Positionierung leisten kann. <\/p>\n\n\n\nOmnibus-Paket: Zentrale Entscheidungen und regulatorische \u00c4nderungen <\/h2>\n\n\n\n
Zentrale Entscheidungen im Rahmen des Omnibus Pakets: <\/h3>\n\n\n\n
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Die Berichtsschwelle wird auf Unternehmen mit mehr als 1.000 Besch\u00e4ftigten und einem Umsatz von mindestens 450 Millionen Euro angehoben. Dadurch reduziert sich die Zahl der berichtspflichtigen Unternehmen um rund 90 %.
Unternehmen, die bereits berichtspflichtig sind, sind von diesen \u00c4nderungen betroffen. Weitere Unternehmen fallen, abh\u00e4ngig von Gr\u00f6\u00dfe und Klassifizierung, ab 2027 oder 2028 in den Anwendungsbereich. <\/li>\n\n\n\n
Die Richtlinie gilt k\u00fcnftig nur noch f\u00fcr Unternehmen mit mehr als 5.000 Besch\u00e4ftigten und einem Nettoumsatz von mindestens 1,5 Milliarden Euro.
Die Anwendung wurde um ein Jahr auf Juli 2029 verschoben. Die Berichterstattung konzentriert sich auf jene Teile der Wertsch\u00f6pfungskette, in denen tats\u00e4chliche oder potenzielle negative Auswirkungen am wahrscheinlichsten sind. <\/li>\n\n\n\n
Eine delegierte Verordnung zur \u00c4nderung der EU-Taxonomie tritt Ende Januar 2026 in Kraft und gilt f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsjahr 2025.
Die Anpassungen umfassen h\u00f6here Wesentlichkeitsschwellen, eine Reduzierung der erforderlichen Datenpunkte sowie Vereinfachungen der DNSH-Kriterien. <\/li>\n<\/ul>\n\n\n\nWas der Omnibus f\u00fcr Unternehmen in der Praxis ver\u00e4ndert <\/h2>\n\n\n\n
Expertenperspektive von Andreas Rasche: Nachhaltigkeitsberichterstattung nach dem Omnibus <\/h2>\n\n\n\n
\u201eNachhaltigkeit ist keine Frage der Compliance, sondern der langfristigen Resilienz und Wettbewerbsf\u00e4higkeit.\u201c<\/strong> <\/p>\n\n\n\n
<\/a><\/figure>\n\n\n\nWebinar: Nachhaltigkeitsberichterstattung nach dem Omnibus <\/h2>\n\n\n\n