{"id":8584,"date":"2024-09-06T15:38:47","date_gmt":"2024-09-06T15:38:47","guid":{"rendered":"https:\/\/osapiens.com\/de\/?p=8584"},"modified":"2024-12-03T10:40:12","modified_gmt":"2024-12-03T10:40:12","slug":"eudr-und-soja","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/osapiens.com\/de\/blog\/eudr-und-soja\/","title":{"rendered":"Soja auf dem Weg nach Europa: Herausforderungen und Chancen der EUDR"},"content":{"rendered":"\n
Soja ist ein viel genutzter Rohstoff in der globalen Landwirtschaft, der besonders f\u00fcr die Produktion von Tierfutter und Lebensmitteln verwendet wird. Die weltweite Nachfrage nach Soja w\u00e4chst stetig, was zu einem massiven Ausbau der Anbaufl\u00e4chen f\u00fchrt. Vor allem in S\u00fcdamerika, wo Soja auf \u00fcber 55 Millionen Hektar angebaut wird, hat dies gravierende Umweltfolgen: Gro\u00dfe Fl\u00e4chen wertvollen Regenwaldes werden gerodet, um Platz f\u00fcr Sojaplantagen zu schaffen. <\/p>\n\n\n\n
Die Europ\u00e4ische Union tr\u00e4gt als einer der gr\u00f6\u00dften Abnehmer von Soja zur globalen Entwaldung bei. Um diese zerst\u00f6rerische Entwicklung einzud\u00e4mmen, hat die EU die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR, EU Deforestation Regulation) erlassen. Diese Verordnung verlangt von Unternehmen, die Soja in die EU importieren, einen Nachweis, dass ihre Produkte nicht zur Entwaldung beitragen. Die Sojaindustrie stellt dies vor erhebliche Herausforderungen, da insbesondere die R\u00fcckverfolgbarkeit und Nachhaltigkeit der Lieferketten verbessert werden m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n
Soja hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem der bedeutendsten landwirtschaftlichen Produkte weltweit entwickelt. Rund 76 % des weltweit angebauten Sojas wird als Futtermittel f\u00fcr die Viehwirtschaft verwendet, w\u00e4hrend ein deutlich kleinerer Teil f\u00fcr die Herstellung pflanzlicher Lebensmittel wie Tofu oder Sojamilch genutzt wird. Dar\u00fcber hinaus findet Soja Verwendung in der Produktion von Soja\u00f6l, das sowohl in der Lebensmittelindustrie als auch in der Herstellung von Biodiesel eingesetzt wird.\u00a0<\/p>\n\n\n\n Der Anbau von Soja<\/a> konzentriert sich auf wenige L\u00e4nder, die gr\u00f6\u00dften Anbaul\u00e4nder sind dabei Brasilien, die USA und Argentinien. Brasilien, das \u00fcber 120 Millionen Tonnen Soja pro Jahr produziert, ist dabei der gr\u00f6\u00dfte Exporteur. Diese Dominanz auf dem Weltmarkt bringt jedoch erhebliche \u00f6kologische und soziale Herausforderungen mit sich. Nach Angaben des Internationalen Instituts f\u00fcr nachhaltige Entwicklung (IISD) werden weniger als 3 % der Sojabohnen unter Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards produziert. Der massive Anbau von Soja f\u00fchrt in diesen L\u00e4ndern zu gro\u00dffl\u00e4chiger Entwaldung, insbesondere in den tropischen Regenw\u00e4ldern des Amazonas (S\u00fcdamerika) und den Savannen des Cerrado (Brasilien). Diese Gebiete z\u00e4hlen zu den artenreichsten \u00d6kosystemen der Welt, und ihre Zerst\u00f6rung hat verheerende Auswirkungen auf die Biodiversit\u00e4t. <\/p>\n\n\n\n Neben der Rodung von W\u00e4ldern versch\u00e4rft der Sojaanbau auch andere Umweltprobleme. Monokulturen, die auf riesigen Fl\u00e4chen angebaut werden, f\u00fchren zu einer Degradierung der B\u00f6den und f\u00f6rdern die Erosion. Au\u00dferdem erfordert der intensive Anbau einen hohen Einsatz von Pestiziden und D\u00fcngemitteln, die die Wasserqualit\u00e4t beeintr\u00e4chtigen und negative Folgen f\u00fcr die Gesundheit der lokalen Bev\u00f6lkerung haben k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<\/figure>\n\n\n\n
Schattenseiten des Erfolgs: Die Umweltauswirkungen des Sojaanbaus<\/strong>\u00a0<\/h3>\n\n\n\n
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